Die Gründung:
Es begann am 15. Januar 1966. Auf Grund eines Beschlusses des DTSB der DDR zur Bildung von Fußballklubs und Leistungszentren kommt es an diesem Sonnabend zur Gründung des BFC Dynamo. Damit wurde die Sektion Fußball aus dem SC Dynamo Berlin herausgelöst. Bei der Gründungsveranstaltung waren damals ca. 1400 Fußballanhänger in der Dynamo-Sporthalle anwesend.
Der BFC Dynamo konnte sich auf ein festes Fundament von seinem
Vorläufer, dem SC Dynamo Berlin stützen, welcher am 01.Oktober 1954
gegründet wurde. Bis auf die Serie 1956/57 spielte der SC Dynamo
ständig in der Oberliga und schaffte dabei 1960 den zweiten, 1955,1959
und 1962 den 3. Platz und 1959 errang er auch noch den FDGB-Pokal.
Die ersten Jahre:
Die erste Saison verlief für den BFC nicht gerade sehr erfolgreich. Bei
vier Punkten Abstand zum drittletzten Chemie Leipzig musste er auch
gleich absteigen. Allerdings schaffte er den sofortigen Wiederaufstieg.
Seitdem ist er in DDR-Zeiten auch nicht mehr abgestiegen. Ein Jahr
später errang der BFC, nachdem er die Saison davor als Aufsteiger den
10.Platz erreichte, den 6.Rang. Im der Saison 1971/72 sprang der zweite Platz hinter dem 1.FC Magdeburg heraus. Nach der Saison 1974/75,
es wird der vierte Platz erreicht, schreibt die "fuwo": "Dem "Jahr der
Bestandsaufnahme" folgte das Jahr der Profilierung. Ob der BFC 1975/76
zum Saisonschluss vom "Jahr der Leistungsstabilität" sprechen kann,
liegt an ihm. Grundlagen dafür hat er zweifellos gelegt. Die Elf ist
modern orientiert." Prompt erreichte man eine Saison später auch die
Vizemeisterschaft hinter Dynamo Dresden.
Beginn der "Goldenen Jahre":
Ab der Saison 1977/78
bekommt der BFC Dynamo einen neuen Trainer den so gut wie keiner
kannte. Sein Name: Jürgen Bogs. Der damals 30-Jahrige war vorher als
Nachwuchstrainer beim BFC und kannte somit die meisten Spieler der
Mannschaft schon bei Amtsübernahme. Seine Maxime: "Der Schwerpunkt
unserer Ausbildung liegt auf der technisch-taktischen Vervollkommnung,
damit unsere Aktiven in ihren Leistungen stabiler werden. Wir streben
eine höhere Effektivität und Torgefährlichkeit aus allen
Mannschaftsteilen heraus an, forcieren das individuelle Training. Unser
Ziel ist es, zu den führenden Mannschaften zu gehören." Dieses setzte
er auch gleich in die Tat um. In seiner ersten Saison errang er mit dem
BFC den 3.Rang hinter Dresden und Magdeburg. Der "fuwo" schrieb
damals:" Eine junge, ehrgeizige und kampfstarke Abwehr reduzierte die
Leichtsinnfehler. Für konstruktiven Zuschnitt und spielerische
Ausstrahlung stecken im Mittelfeld, dem besten Mannschaftsteil,
genügend Impulse. Der BFC gewann an Stabilität, an Dynamik, auch
auswärts an taktischem Profil. Dr. Fuchs und Bogs sind nach dieser
Saison gehalten, den individuellen Auftrieb vieler Spieler konsequent
fortzuführen."
Am 19.08.1978
beginnt dann der schier unaufhaltbare Weg des BFC Dynamo zu seinen 10
Meistertiteln. Nach dem achten Spieltag schreibt der "Sportecho": Die
31. Meisterschaft steht nach wie vor im Zeichen des BFC Dynamo. An
diesem Fakt kommt die Konkurrenz aus Dresden, Jena und Magdeburg nicht
vorbei". Nach dem 9. Spieltag hat der BFC schon 18:0 Punkte, damit ist
der Rekord vom 1. FCM von 17:1 aus der Saison74/75 eingestellt. Frank
Terletzki sagte damals: "Was man im Kasten hat, ist drin. Freilich ist
es angenehm, auch auf diese Weise in die Geschichte unseres Fußballs
einzugehen, doch ein derartiger Rekord zählt am Ende kaum, wenn wir uns
nicht ganz vorn platzieren." Am 26.05.1979 macht der BFC vor 22000
Zuschauern im Jahnsportpark gegen Dynamo Dresden entgültig den erstem
Meistertitel klar. 3:1 wird Dresden besiegt, der somit auch seine
Minimalchance die Meisterschaft zu gewinnen verspielt. Der BFC war ein
Meister der Superlative. 46:6 Punkte, 75:18 Tore und 22 Spiele
hintereinander ungeschlagen.
Die Saison 79/80
begann mit dem Einmarsch der 14 Oberligavertreter beim
Titelverteidiger. Vor 18000 Zuschauern wird der FC Karl-Marx-Stadt im
ersten Spiel 3:0 bezwungen. Ein gelungener Start zur Verteidigung des
Meistertitels. Am 7.Spieltag kommt es dann in Jena zur ersten
Saisonniederlage des BFC (0:2).Damit hat Dynamo Dresden 3 Punkte
Vorsprung zum BFC, da dieser am zweiten Spieltag gegen Stahl Riesa nur
ein 1:1 erreichte und Dresden bisher alle Spiele gewann. Am 8.Spieltag
kommt der BFC durch ein 5:0 Sieg gegen Sachsenring Zwickau und
gleichzeitiger Niederlage von Dresden in Aue wieder auf einen Punkt
Rückstand an die SGD heran. Am letzen Spieltag vor der Winterpause hat
Dynamo Dresden mittlerweile 4 Punkte Vorsprung (der BFC verlor sein
Spiel in Halle und spielte gegen Lok Leipzig 0:0). Allerdings kam an
diesem Spieltag der BFC nach Dresden. Vor 30000 Zuschauern gewann der
BFC schließlich nach Toren von Sträßer und Pelka 2:1. Held des Tages
war Bodo Rudwaleit, der in der fuwo mit der Note 9 bewertet wurde.
Somit war nach dem Spiel die Meisterschaft wieder vollkommen offen.
Beim Spiel gegen Chemie Leipzig schaffte der BFC dann einen grandiosen
10:0 Sieg. Am 19.Spieltag hat der BFC endlich, dank der besseren
Tordifferenz, die Tabellenspitze übernommen. Allerdings währte die
Freude nur einen Spieltag, da der BFC gegen Zwickau zu einer 1:2
Niederlage kam, während Dresden beim FCM zu einem Unentschieden
schaffte. Somit kommt es am 10.05.1980 in Berlin zu einem wahren
Meisterschaftsendspiel zwischen dem BFC Dynamo und Dynamo Dresden.
Dresden würde ein Unentschieden reichen, der BFC brauchte unbedingt den
Sieg. Seit Tagen ist das Stadion schon ausverkauft. Bis zur 77.min war
Dresden der Meister, doch dann schaffte Norbert Trieloff das 1:0. Die
Titelverteidigung ist geglückt!!
Die Saison 80/81
begann genauso wie die vorangegangene, mit einem 3:0 Sieg. Allerdings
war diesmal der HFC Chemie der Gegner. Nach dem 5.Spieltag liegt der
BFC auf einem ungewohnten 4.Platz. Nach der 12. Runde hat der BFC
wieder die Tabellenspitze übernommen. Dahinter folgen Magdeburg, die
Dynamos aus Dresden und der FC Carl-Zeiss-Jena. Zur Winterpause ist der
BFC immer noch an der Spitze, allerdings Punktegleich mit Magdeburg und
Dresden. Es scheint also wieder einmal spannend zu werden im
Meisterschaftskampf. Am letzten Spieltag kommt es wieder mal zu einem
"Endspiel" in Berlin. Der Gegner ist diesmal Jena. Diesmal benötigt der
Gegner einen Sieg und dem BFC würde ein Unentschieden reichen.
Auflaufen wird beim BFC: Rudwaleit, Trieloff, Troppa, A. Ullrich,
Brillat, Terletzki, Sträßer, Riediger, Schulz und Netz. 2:1 gewinnt der
BFC vor 30000 Zuschauern nach Toren von Netz und Riediger. Das
Anschlusstor für Jena schoss Kurbjuweit. Der Trainer von Carl-Zeiss,
Hans Meyer gratulierte mit den Worten: "Das ist schon eine große
Leistung, sich den Titel dreimal in Folge zu holen." In der
"fuwo"-Punktewertung gewinnt Bodo Rudwaleit vor Hans-Jürgen Dörner. Die
selbe Zeitung schrieb auch: "Gerade weil der dritte Titelgewinn am
schwersten fiel, verdient er den größten Respekt." Und es sollte nicht
der letzte sein!
Die Saison 1981/82
beginnt mit einem glatten 4:2 Sieg gegen Karl-Marx-Stadt. Allerdings
schafft es der BFC nicht sich an die Tabellenspitze zu setzen. Am
8.Spieltag, der FC Carl-Zeiss-Jena verliert in Magdeburg, schafft es
der BFC durch einen 2:1 Sieg (Tore durch Noack und Riediger) sich die
Tabellenführung zu sichern. Zwischenzeitlich musste die Spitze
allerdings wieder abgegeben werden. Nach einem 3:1 Erfolg gegen die
Mannschaft aus Jena wird die Führung der Tabelle wieder übernommen.
Nach 12 Spieltagen steht der BFC, mit 3 Punkten Vorsprung, immer noch
an der Spitze und wird somit Herbstmeister. Das Sportecho schrieb dazu:
"In welcher Richtung die Meisterwürfel fallen, ist nach dem Schlußtag
der ersten Halbserie offensichtlicher denn je". Am 19.Spieltag schafft
es W.-R.-Netz sein 100. Tor für den BFC. Der Vorsprung vor Jena und
Dresden wächst auf mittlerweile 5 Punkte an. Nach 21 Spieltagen hat der
BFC Dynamo dann ein 7 Punktevorsprung herausgearbeitet. Am 22. Spieltag
kommt es dann aber zu einer 1:2 Niederlage in Dresden. Durch einen 4:0
Erfolg vor 18000 Zuschauern gegen den 1.FCM, nach Toren von Troppa,
Netz (2) und Ullrich sichert sich der BFC zum vierten Mal die
Meisterschafft. Am letzten Spieltag kommen dann noch mal 11000
Zuschauer zur Meisterfeier.
Saison 82/83
Die neue Saison beginnt wie die alte geendet hat. Es gibt keine
personellen Veränderungen im Kader der Mannschaft und das Ziel bleibt
auch das gleiche - der Meistertitel. So startet der BFC recht
erfolgreich in die neue Saison. Es beginnt mit zwei Siegen, denen aber
drei Unentschieden folgen. Dennoch bleibt der Club ungeschlagen und
führt nach zehn Spielen mit drei Punkten vor den Verfolgern 1.FC Lok,
1.FC Magdeburg und FC Carl Zeiss Jena. Ein Vorsprung der nicht mehr
eingebüßt werden sollte. Zum Ende der Hinrunde steht der BFC mit 8
Siegen und 5 Unentschieden unangefochten an der Tabellenspitze. Als
aufgehender Stern im Kader des BFC wird Frank Rohde gehandelt. So sah
es jedenfalls auch die "fuwo".
Die Rückrunde beginnt genauso erfolgreich wie die Hinrunde. Der BFC
erleidet nicht eine Niederlage. Auch der Erzrivale Dynamo Dresden wird
nach einem spannenden Spiel mit 2:1 geschlagen ( Tore: Ernst und Noack
). Zum 20. Spieltag wird allen klar, dass am 5.Titelgewinn nichts mehr
zu rütteln gab. Spannend war nur noch wer Silber und wer Bronze
erhielt. So kam es, das der BFC am letzten Spieltag seinen 5.
Meistertitel gewann und der FC Vorwärts zweiter und FC Carl Zeiss Jena
dritter wurde.
Die Saison 82/83 war eine Saison der Rekorde. Der BFC blieb
ungeschlagen, es waren seit der vergangenen Runde 30 ungeschlagene
Spiele und 30 ohne Heimniederlage. Auch den Vorsprung zum FC Vorwärts
gab es in der Höhe ( 12 Punkte ) noch nie. Der vorherige Rekord von 9
Punkten - Zufall - lag zwischen ASK Vorwärts und dem zweitplazierten SC
Dynamo.
Saison 83/84
Es ist das erste mal, das der BFC beim Saisoneröffnungsspiel aus der
Reihe tanzt. Anstatt eines obligatorischen Sieges gibt es gegen Wismut
Aue nur ein mageres 0:0 unentschieden. Dieses Ergebnis wurde zwar eine
Woche später an der Küste mit einem 4:0 wieder wettgemacht, aber zu
Hause lief nichts so wie es sollte. Zwar war man zum sechsten Spieltag
noch ungeschlagen, doch es sollte mit dieser eindrucksvollen Statistik
vorbei sein. Nach 36 ungeschlagenen Begegnungen seit dem 08.05.1982,
muß sich der BFC mit 1:2 beim FCK geschlagen geben. Nach 8 Spieltagen
führt der Club die Tabelle an und ein neuer Spieler bestritt seine
ersten fünf Minuten in der Oberliga. Andreas Thom betritt den Rasen (
es war der 22.Oktober 1983). Noch niemand ahnte was aus diesem, noch
kaum beachtetem Spieler werden würde. Selbst die "fuwo" gab ihm nur
einen Punkt.
Der BFC wird zum vierten mal in Folge Herbstmeister, was erst am letzten Spieltag der Hinrunde entschieden wird.
Die Rückrunde beginnt wie die Hinrunde. Erst erreicht man nur Unentschieden, um dann endlich wieder zu gewinnen.
Der härteste Verfolger der Berliner wird wiedereinmal ein anderer
Dynamo-Club. Es ist der Dynamo Dresden, der am 23. Spieltag nur einen
Punkt hinter dem BFC liegt. Der 24. Spieltag sollte die Fronten klären.
Vor einer Rekordkulisse von 28500 Zuschauern setzte sich der BFC nach
nur 15 Minuten!!! mit 3:0 in Führung. Nach 90 Minuten gewinnt der BFC
verdient mit 4:2 gegen die Dynamos aus Dresden.
Am 26. Spieltag ist klar, der BFC hat seinen sechsten Meistertitel gewonnen und zieht mit Dynamo Dresden gleich.
Außerdem wird mit Rainer Ernst erstmals ein BFC-er Torschützenkönig (20 Tore)!
Saison 84/85
Ist es das verflixte siebte Jahr für den BFC? Denn der Dynamo Dresden
behält in den ersten 11 Spieltagen 10 mal die Tabellenspitze. Wenn es
nach dem Clubvorsitzenden Manfred Kirste geht, dann wird der
Erfolgsfaden nicht abreißen. Die großen drei Mannschaften BFC, Dresden
und 1. FC Lok haben ihre Teams verstärkt ins Rennen geschickt. Der BFC
begrüßt den ehemaligen HFC-Spieler Frank Pastor und den Unioner
Waldemar Ksienzyk.
1984 gibt es ein Jubiläum zu feiern - allerdings nicht beim BFC.
Joachim Streich, der Magdeburger, bestritt in Wembley sein 100.
Länderspiel. Drei Tage später verliert er mit seiner Mannschaft 1:3
beim BFC. Dies war der 5. Spieltag und erst das erste Gegentor der
Saison. Und auch diese Saison gibt es wieder nur eine Mannschaft die
dem BFC hartnäckig auf den Fersen bleibt- Dynamo Dresden! Dennoch
erreichen die Berliner den 5.Herbstmeistertitel, mit der bisher besten
Bilanz (22:4 Punkte). Ernst und Pastor nehmen die ersten Plätze in der
Torschützenliste ein (16 bzw. 11 Tore). Die Rückrunde lief so wie es
sein sollte. Man hielt Dresden immer mindestens drei Punkte zurück und
erlangte mit einem standesgemäßen 8:0 am 26.Spieltag gegen Suhl den
siebten Meistertitel in Folge. Ein neuer Rekord!!! Und nicht der
einzige. Noch keine Mannschaft hat zuvor so viele Tore in einer Saison
geschossen. Mit 90 Toren, davon 24 von Rainer Ernst und 22 von Frank
Pastor, gab es noch einen zusätzlichen Rekord. Andreas Thom erlangte
bei der "fuwo"-Wertung nach dem Fußballer des Jahres hinter Hans-Jürgen
Dörner den zweiten Platz. Was für eine Karriere! Zum 20.Geburtstag des
BFC war der 7.Meistertitel wohl das schönste Geschenk.
Saison 85/86
In diese Saison ging der BFC Dynamo in unveränderter Formation an den
Start. Es gab weder Zu- noch Abgänge. Dafür hatte man mit Frank
Terletzki (34) einen der ältesten Spieler auf dem Platz (seit 1969
spielt er in der Oberliga). Für Jürgen Bogs galten Dresden, Leipzig und
Erfurt als schwerste Gegner, welche man nicht auf die leichte Schulter
nehmen sollte. Das erste Spiel gewann der BFC mühsam gegen den
Aufsteiger und ewigen Rivalen Union mit 2:1. Die restliche Saison
zeichnete sich durch ein eher unterdurchschnittliches Ergebnis aus. So
verlor man von den letzten sieben Spielen der Saison sechs und konnte
trotzdem mit dem Sieg gegen Jena am letzten Spieltag die achte
Meisterschaft in Folge feiern. Dies gelang aber auch nur, da sich die
anderen Mannschaften auch nicht besser anstellten. Somit war es alles
in allem eine recht langweilige Saison. Na ja, da war ja noch das vermeintliche Skandalspiel gegen Leipzig…
Saison 86/87
Diese Saison zeichnete sich durch fehlende Gegner für den BFC aus.
Einzig Lok Leipzig hatte Ambitionen sich Dynamo in den Weg zur neunten
Meisterschaft in Folge zu werfen. Doch es gelang nicht. Der BFC verlor
nur sechs Punkte und wurde somit unangefochten Meister. Der Rivale
Union wurde mit 8:1 gedemütigt und Frank Pastor mit 17 Treffern bester
Torjäger. Thomas Doll kam von Rostock nach Berlin und Frank Terletzki
ging (373 Oberligaspiele in 17 Jahren). Somit herrschte auch in dieser
Saison ein gewisser Stillstand in der Liga.
Saison 87/88
Endlich mal eine etwas spannendere Saison, was den BFC betraf. Bis zum
letzten Spieltag gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Lok Leipzig. Einzig
die bessere Torausbeute (acht Tore mehr) verhalf den Dynamos zum
zehnten und letzten Titel. Zu verdanken hatten sie es u.a. dem
Traumtrio Thom/Doll/Ernst mit 20/11/12 Toren. Und trotzdem war diese
Saison gesamt gesehen wieder recht betulich gewesen. Die Zuschauer
waren gelangweilt, was sich auch an den stetig sinkenden
Zuschauerzahlen bemerkbar machte.
Saison 88/89
Irgendwann musste es ja mal zu Ende sein. Diesmal hatte die anderen
Dynamos die Nase vorn. Dresden stand das erste Mal wieder seit ihrer
letzten Meisterschaft von 77/78 an der Tabellenspitze. Der BFC Dynamo
wurde zwar zweiter, aber es war eine enttäuschende Saison. Selbst das
Hinspiel bei Union wurde nicht gewonnen (nur1:1). Als Ergebnis der
Saison wurde zur Überraschung aller Jürgen Bogs ins zweite Gliede
beordert und Helmut Jäschke wurde der neue. Die Meisterschaft 88/89
kann wohl als der Wendepunkt in der Geschichte des BFC Dynamo
bezeichnet werden.
Saison 89/90
Es war das Jahr der Wende. Sportlich, wie Politisch. Wer konnte anfangs
der Saison schon sagen, dass es die letzte richtige Meisterschaft in
der DDR werden würde und dass es den BFC Dynamo in Zukunft so nicht
mehr geben wird. Sportlich war es wieder eine enttäuschende Saison. Am
ende nur vierter und keine Qualifikation für den internationalen
Wettbewerb. Die ersten Ängste vor der Bedeutungslosigkeit des
Mittelfeldes machten sich breit. Der Fußball in der DDR wurde
mittelmäßig. Es zeigte sich nur noch geringe Leistungsbereitschaft, was
die Fans mit wegbleiben honorierten. Aber das Sportliche stand in
diesem Spieljahr nicht im Vordergrund. Es galt den ersten Transfer vom
Osten in den Westen zu verzeichnen. Andreas Thom wechselte zum 1.Januar
1990 vom BFC zu Bayer Leverkusen. Der Transfer brachte Dynamo angeblich
3,6 Millionen DM ein. Später fragten sich alle, wo denn das Geld
hingeflossen sei. Ein weiterer Wendepunkt war der Wechsel von
Torwartlegende und Urgestein Bodo Rudwaleit in der Winterpause zu Stahl
Eisenhüttenstadt. Neben den Spielern wechselte der BFC Dynamo aber auch
seinen Namen. In der naiven Vorstellung mit dem Wechsel des Namens auch
das nun obsolete Image als Stasi-Vereins loszuwerden, benannte man sich
zum 17.Spieltag in FC Berlin um. Die Folge waren enttäuschte Fans, die
den Wechsel nicht verstanden und nicht wollten. Als Ergebnis gingen die
Zuschauerzahlen in den Keller. Gerade mal fünfeinhalbtausend wollten zu
den Heimspielen kommen. Der BFC zog aus dem zur Heimat gewordenen
Jahn-Sportpark in die alte Heimat im Sportforum zurück.
Und noch ein Problem kam auf den FC Berlin, aber nicht nur auf den zu.
Die Zahl der gewalttätigen Fans nahm ständig zu und führte zu einem
Image, mit welchem der Verein noch immer zu kämpfen hat. Neben der
Stasi waren es nun auch die Hooligans. Die Staatsmacht hatte die
Autorität verloren.
Saison 90/91
Die letzte Saison der Oberliga. Nie wieder sollte es eine
DDR-Meisterschaft geben. Dem FCB stand eine schwere Saison bevor.
National verhasst, hieß es wenigstens die Qualifikation für die erste
oder zweite Bundesliga zu schaffen. Für Peter Rhode, seit letzter
Saison Trainer, war schon nach vier Spieltagen Schluss. Auf dem letzten
Tabellenplatz stehend holte man Jürgen Bogs zurück. Dieser schaffte mit
dem Club immerhin den elften Platz, was die Teilnahme zur Qualifikation
für die zweite Bundesliga einbrachte. In der Relegation ging es gegen
Stahl Brandenburg, Union und Magdeburg. Gegen Union verlor man das
erste Spiel mit 0:1, gewann aber das zweite mit 2:0. Trotzdem reichte
es für beide nicht. In die zweite Bundesliga stieg Stahl Brandenburg
auf. Über den Zuschauerschnitt sollte man eigentlich den Mantel des
Schweigens ausbreiten, aber da es erstmal sowieso nicht besser wurde:
es waren gerade mal 781.
Damit musste der FCB in den Amateurfußball, also Regionalliga.
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